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Konzertchor Rapperswil BE


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. Presseechos

Der Bund: 11.04.2011, Ressort Kultur

Eine lebensbejahende Totenmesse

Der Konzertchor Rapperswil und der Thuner Chor Cantus Regio haben im Kultur-Casino Verdis Requiem aufgeführt.

Einen tüchtigen Schuss Oper liess Giuseppe Verdi seiner «Messa da Requiem» angedeihen: Die Instrumentierung ist farbig und fantasievoll, die Gesangslinien sind gross angelegt, die Melodien schmelzend. Zudem hat der Italiener stilistisch alle Register gezogen. Mal wähnt man sich im Gefangenenchor aus «Nabucco», mal ist der Ton fast volksliedhaft («Quam olim Abrahae»), mal überrascht Verdi mit einem Unisono-Chor («Agnus Dei»), dann wieder streut er eine Fuge ein. Für Abwechslung und Unterhaltung hat Verdi also gesorgt. Und damit manchen Kritiker verärgert, dem dieser Tonfall für ein geistliches Werk zu unorthodox schien.

Keine Effekthascherei

Bei aller Freude an der grossen Geste kippt Verdis Musik jedoch nie ins vordergründig Theatralische. Obwohl Verdi kein Kirchgänger war, berührt sie auch mit geistlichem Gehalt. In dieser Hinsicht beweisen alle Beteiligten unter der Leitung von Peter Loosli ein hervorragendes Gespür. Da ist zwar das furios polternde «Dies irae», doch kehrt die Tonsprache immer wieder auch zum Transparenten, Intimen zurück. Das OPUS Orchester Bern (Konzertmeisterin: Johanna Richard) begleitet sensibel und widersteht jederzeit der Gefahr, die Dramatik ins Effekthascherische kippen zu lassen.

Die 150 Chorsängerinnen sind hörbar gut vorbereitet und haben das Werk verinnerlicht. Sie machen ihre Sache ausgezeichnet und singen in allen Registern wohlklingend, rein und differenziert gestaltend – wobei vor allem in den Männerstimmen eine ausgeprägte Eigeninitiative spürbar ist. Italienisches Latein mit offeneren Vokalen wäre für Verdi zwar wünschenswert gewesen. Abgesehen davon aber ist die Diktion tadellos.

Solisten mit einem Gesicht

Dass Verdi vorwiegend Opernkomponist war, äussert sich bei den solistischen Gesangspartien, die aussergewöhnlich umfangreich und technisch anspruchsvoll sind. Die allesamt opernerprobten Sängerinnen kommen mit dem dramatischen Tonfall mühelos zurecht und zaubern die nötige Portion Italianità souverän in ihre Stimmen. Bass Rudolf Rosen singt mit markigem Klang und teuflischem Blick («Confutatis»), Claude Pia mit tenoraler Durchschlagskraft. Sopranistin Judith Graf begeistert trotz Indisponiertheit mit voluminöser, runder Höhe und einem innig interpretierten «Libera me». Irène Friedli schliesslich strahlt mit ihrer Präsenz und ihrer beeindruckend geführten Altstimme bis in die letzte Reihe. Allerdings, so sehr die Einzelleistungen überzeugen: Dem musikalischen Miteinander in den Ensembles hätte beim Proben mehr Beachtung geschenkt werden können.

Spannend, dass Verdi die Solistinnen nicht einfach als «Texttransporteure» behandelt, sondern ihnen ein Gesicht gibt, sie zu Menschen aus Fleisch und Blut macht. Das macht ihren Gesang auf direkte Weise berührend. Zum Beispiel am Schluss: ein dramatisches Rezitativ des Soprans auf einem Ton, das wie eine verzweifelte Beschwörung klingt. Zwischenrufe des Chors. Dann: Stille.

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